Hilferuf an unsere Freunde und Familie

Hallo Ihr Lieben,

meine letzte Post war sanft, vorsichtig und emotional. Passend zur Stimmung hier.
Nun hat sich aber das Blatt gewendet und Corona trifft Bali mit voller Wucht. Wir sind wütend, traurig aber gleichzeitig voller Energie. Passend zur Stimmung jetzt.
Keine Sorge, die aktuelle Zahl an Fällen beläuft sich auf Hundertdreißig! Die Dunkelziffer möchte hier keiner wissen.


Es geht längst nicht mehr um Corona, es geht nicht um Deutschland, nicht um Italien, Spanien … Amerika … Ausnahmsweise geht es mal nicht um uns.
Angestupst von nervösen Supermächten, ist ein zweiter Dominostein leise umgefallen und eine zweite riesige Katastrophenwelle nimmt ihren Lauf. Der Schauplatz ist dieses Mal die Dritte Welt.


Indonesien folgt, wie viele andere Länder, den Empfehlungen der WHO, doch während Supermächte aus dem Westen auf den sogenannten „Lockdown“ schwören, machen diese Maßnahmen hier nur noch größere Probleme:
No tourists – No work – No food – Hunger – Armut – Verzweiflung


Die Indonesier fangen an zu betteln. Zu Recht! Denn Corona war hier lange kein Problem, bis Supermächte es auch zu ihrem Problem machten und die Regierungen der Dritte Welt Länder darauf falsch reagierten. Sorry to say that. Jedes Land hat eigene Bedingungen und eigene Probleme. Es braucht angepasste Maßnahmen mit Rücksicht auf die Grundbedürfnisse, die Lebensverhältnisse, die Möglichkeiten und die Infrastruktur des jeweiligen Landes.


Eine Weile sind wir im weltweiten Corona Taumel und im balinesischen Lockdown einfach mitgeschwommen. Seit einiger Zeit aber sind wir aus der Balance gefallen, weil existentielle Einschläge von befreundeten Indonesiern sich häufen.
Schluss mit mimimi und Dauer-Cocooning. Nicht so gemütlich machen dahoam.

Ein deutscher Freund von uns hier und seine indonesische Frau verteilen seit dieser Woche kostenfreie Essenspakete an Bedürftige, die kein Geld mehr haben, dafür aber Hunger. Einige Eigentümer in Denpasar verzichten auf Mieten, weil sonst Hunderte auf der Straße leben würden.
Wir unterstützen schon länger eine soziale Einrichtung für traumatisierte Frauen und ihre Kinder, die von Spenden, Catering, Näharbeiten lebt und deren Einnahmen seit Corona auf Null gegangen sind. Soziale Einrichtungen dieser Art sind noch rar hier und für einen großen Teil der Bevölkerung existentiell. Diese Einrichtungen sind nun doppelt gestraft.
Unsere Ibu Endang, die uns seit Juli letzten Jahres im Haus hilft, erzählt jeden Tag von einer weiteren Freundin, die ihren Job verliert …
Inwischen haben wir viele Indonesier hier kennengelernt. Zu einigen entwickelt sich eine Freundschaft. Dass genau diese Menschen, die uns vor neun Monaten so warmherzig empfangen haben, nun um das blanke Überleben kämpfen, macht uns fertig.

 

Social Distancing? WTF! Helfen hilft.

 

Warum?

 

Weil wir alle auf diesem Verteiler es mit nur ein paar wenigen Euros können.
Weil wir aus der First World eine Verantwortung gegenüber den Dritte Welt Ländern haben, die schon immer mit Leid zu kämpfen haben und wir jetzt mehr denn je helfen sollten.
Weil wir zum ersten Mal hautnah mitfühlen können, wie dreckig es vielen Menschen, weit weg von uns, täglich und schon vor Corona Zeiten geht.

 

Wir wissen, dass viele Menschen in Deutschland und auch einige hier auf unserem Verteiler um ihre Existenz kämpfen. Hungern muss aber wohl noch keiner - und wir sehen, wie gleichzeitig organisiert und kontrolliert Deutschland sich im Griff hat - wieviel Solidarität gezeigt wird und wie die Regierung verspricht, zu helfen.

 

Corona ist hier, wie auch der Müll, ein Luxusproblem. Die Nebeneffekte von Corona sind aber verheerend und hier gibt es noch nicht einmal die Hoffnung auf eine versprochene Hilfe von der Regierung und allenfalls die Balinesen dürfen auf Hilfe von Seiten der Regierung hoffen. Da lebt Bali, das zu Indonesien gehört, leider eine fiese Zweiklassengesellschaft. Alle anderen Indonesier, die aus Java zum Beispiel, sind auf sich gestellt und finanzielle Unterstützung kann nur von uns Westlern kommen.


Also. Was wäre, wenn …
… Ihr nicht wegschaut, sondern hinschaut (Look)
… Ihr Euch fragt, wie es den Menschen hier oder in Indien oder Afrika zum Beispiel geht? Ihr die Menschen fragt, was sie brauchen, was sie vermissen, was Ihre Träume sind? (Ask)
… Ihr Euch auch solidarisch zeigt, gegenüber eine Welt, die ihr nicht vor Augen habt, die weit weg von Euch ist und schon immer massiv leidet - Mitgefühl zeigt, gerade jetzt, wo Ihr Angst, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Unsicherheit mitfühlen könnt? (Feel)
… Ihr einmalig einen Beitrag Eurer Wahl spendet? (LAF)
oder
… Ihr unsere Freunde kennenlernt und diese mit 50€ pro Monat über einen Zeitraum von sechs Monate finanziell unterstützt? (LAF)
oder
… Ihr langfristig und nachhaltig für bessere Lebensqualität der Familien sorgt und ein Teil dieser Familie werdet? (LAF)

Für Euch zur Orientierung: 50€ ist ausreichend für den monatlichen Bedarf an Lebensmitteln für eine vierköpfige Familie. Oder auch für die Monatsmiete eines ca. 20 m² großen Zimmers in unserer Gegend. Das durchschnittliche Monatseinkommen eines Indonesiers hier liegt aktuell bei 180 €.


Ente und ich haben lange überlegt, ob wir Euch um Hilfe bitten sollen und dann ziemlich schnell beschlossen, es einfach zu tun. Denn wenn wir das nicht tun, werden wir aus diesen Corona Zeiten doch wieder nichts gelernt haben, sondern nur unsere eigenen Hintern gerettet haben.
Jetzt ist die Zeit, unsere Chance für einen Wandel.

Wir garantieren Euch:
*eine Hundertprozentige Weiterleitung Eurer Spende an die bedürftige Familie.
*Alle organisatorischen, administrativen und persönlichen Kosten werden von uns übernommen.
*Wir werden die Auswahl und Prüfung von Familien und Personen in Not vornehmen.
*Die Dokumentation der Patenschaft wird von uns erstellt.
*Berichterstattung über alle Familien und den aktuellen Nutzen, den sie aus den Spenden haben.
*Wir bieten eine vollständige und transparente Verfolgung aller Spenden für alle Geber.

Ibu Sari, die Gründerin des Community Centers hat uns gelehrt, dass Entwicklungshilfe nicht bedeutet, sich abhängig zu machen. Sondern, dass es in erster Linie von uns eine Hilfe an Bedürftige ist, sich selbst zu entwickeln. Eine kurzfristige finanzielle Unterstützung hilft den Familien im Moment zu überleben. Eine langfristige Unterstützung kann beispielsweise eine Form von Patenschaft sein, d.h., neben finanziellen Mitteln, der Familie auch beratend und partnerschaftlich zur Seite zu stehen.


Egal wie Ihr Euch entscheidet, bitte einfach Ente direkt anschreiben für weitere Fragen und Anregungen.


Wir freuen uns, wenn wir möglichst viele Menschen hier und dort bewegen können, ein Teil von chanceforchange_bali zu werden. Hinter Balis paradiesischen Kulisse gibt es leider noch viele dunkle Stellen. Ihr seid die ersten, um die wir um Hilfe gefragt haben.


Wenn wir in Zukunft wieder nach Deutschland können, wird unsere balinesische Freundin Intan den Kontakt zwischen den unterstützenden Familien und den indonesischen Familien hier weiterhin pfegen. Ente und ich werden sie dann online begleiten.


Eines ist uns noch ganz wichtig. Wenn Ihr unseren Freunden helfen wollt, dann tut das nicht wegen uns. Niemand soll sich verpflichtet fühlen und wir sind uns sicher, dass viele von Euch bereits an anderer Stelle helfen.
Macht mit, wenn es wirklich von Euch von Herzen kommt und wenn es finanziell möglich ist.

LAF, klingt wie lough oder auch love. Je nachdem wie man es ausspricht und betrachtet.

Danke!

 

D*E*T*L


chance for change